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Portugal

Dieser Text beschreibt Portugal.


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Portugal Artikel

Portugal Beschreibung Portugal Beschreibung
(Details) (Details )
Amtssprache Portugiesisch
Hauptstadt Lissabon
Staatsform Republik
Staatspräsident Jorge Sampaio
Ministerpräsident Pedro Santana Lopes
Fläche 92.345 km²
Einwohnerzahl 10.335.000
Bevölkerungsdichte 112 Einwohner pro km²
Währung Euro
Zeitzone UTC
Nationalhymne A Portuguesa
Kfz-Kennzeichen P
Internet-TLD .pt
Vorwahl +351
Portugal Beschreibung
Portugal Beschreibung

Die Portugiesische Republik (República Portuguesa) ist ein Staat in dem Westen der iberischen Halbinsel. Er wird in dem Westen und Süden vom Atlantischen Ozean, in dem Osten und Norden von Spanien begrenzt. Daneben gehören zu dem portugiesischen Staatsgebiet die Inselgruppe der Azoren sowie Madeira. Westlich der Hauptstadt Lissabon liegt Cabo da Roca, der westlichste Punkt des europäischen Festlandes.

Der Name Portugal entstammt dem Namen der Siedlung Cale in dem Delta des Flusses Rio Douro. Cale könnte ein griechisches Wort sein (Kalles = schön) und sich auf die Schönheit der Natur in dem Norden des heutigen Portugal beziehen, die die Griechen damals kolonisierten. Andere Historiker meinen, dass Cale phönizischen Ursprungs ist, da die Phönizier Portugal in der Zeit vor den Römern besiedelten. Als das heutige Portugal zu dem Römischen Imperium gehörte, wurde Cale ein wichtiger Hafen, in Latein Portus Cale. In dem Mittelalter wurde Portus Cale zu Portucale, später Portugale, wobei dieses Wort in dem 7. und 8. Jahrhundert ca. die nördlichen Teile des Landes genannte, also die Region zwischen den Flüssen Rio Douro und Rio Minho. Andererseits verkürzte sich der Name Portus Cale zu Porto, der zweitwichtigsten Stadt, die sich darum voller Stolz als Namensgeber des Landes genannt.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Algarve Ausgezeichneter Reiseführer mit kompakten Informationen Ich habe mich, unterstützt von der 2. Auflage dieses Reiseführers, 1999 erstmals auf den Weg zur Algarve gemacht und muß sagen, dass meine sehr großen Erwartungen an das von Michael Müller verfaßte Handbuch mehr als erfüllt wurden. Sehr gute, auf das wesentliche zusammengefaßte Informationen...

Strukturdaten

  • Bruttosozialprodukt (Mrd. Dollar): 109,86(1998), 109,99(1999), 110,6(2000),
  • Bruttosozialprodukt / Einwohner (US-Dollar): 11.020(1998), 11.010(1999), 11.060(2000)
  • Bruttosozialprodukt 1997 / km² (Dollar): 1.073.759 (1997), 1.150.873 (1998)
  • Mitgliedschaften: EU, Europarat, NATO, OECD, WTO
Buch-Tipp: Andalusien. Reisehandbuch mit vielen praktischen Tipps Detailliert und aktuell und haufenweise nützlich Tipps Dieser Reiseführer ist für Andalusien mit weitem Abstand der beste und aktuellste was es derzeit auf dem Markt gibt. Detaillierte Informationen, korrekte und praxisnahe Beschreibungen und hilfreiche Erfahrungsberichte, die für einen gelungenem Urlaub unerlässlich sind. Sehr viele hilfreiche...

Administrative Gliederung

Hauptartikel: Administrative Gliederung Portugals

Das relativ kleine Portugal hat eine sehr komplexe Verwaltungsgliederung. Es gibt fünf Regionen (regiões), 18 Distrikte (distritos) und zwei autonome Regionen (regiões autónomas), daneben existieren 28 so genannte statistische Unterregionen (subregiões estatísticas). Eine Ebene darunter folgen etwa 300 Kreise (municípios oder concelhos) und 4200 Gemeinden (freguesias). Diese Gliederung ist eher ineffizient und teuer, weshalb eine Reform unterwegs ist, die die Distrikte abschaffen und Kompetenzen dezentralisieren soll.

Buch-Tipp: Barcelona. MM-City. Reiseführer mit vielen praktischen Tipps Der beste Reiseführer für Barcelona Ich war schon so häufig in der Stadt, mit allen möglichen Reiseführern, aber der MMV Reiseführer ist am besten, Die Sehenswürdigkeiten der einzelnen Stadtteile kann man wunderbar zu Fuss ablaufen, wenn man mit Metro oder Bus die einzelnen Stadtteile erreicht hat. Wer, wie die meisten Barcelona Besucher, ca. für...

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Portugals

Buch-Tipp: Cool Spots Mallorca/Ibiza (Cool Shops) Kleiner, aber feiner Bildband Wer sich einen Urlaub auf den Balearen derzeit aus den verschiedensten Gründen nicht leisten kann, sollte auf diesen kleinen Bildband zurückgreifen. Hier werden anhand sehr schöner Farbfotos einige der beliebtesten Locations (Hotels, Bars und Clubs)von Mallorca und Ibiza vorgestellt. Insgesamt wird dem Betrachter...

Frühgeschichte bis Antike

Die Vor- und Frühgeschichte des Landes entspricht weitgehend der Entwicklung in den anderen Regionen der Iberischen Halbinsel. Ab 2000 v. Chr. wandern die Iberer wahrscheinlich aus Nordafrika ein. Ab 1200 v. Chr. werden von den Phöniziern und ab 700 v. Chr. von den Griechen Kolonien gegründet. Ab 600 v. Chr. wandern Kelten ein, die sich mit den Iberern vermischen (sog. Keltiberer). Zu diesen gehört auch der Stamm der Lusitaner, der in dem Lateinischen namensgebend für das Land werden soll.

Ab 450 v. Chr. wird das Gebiet von Karthago erobert und in dem Ergebnis des Zweiten Punischen Krieges an Rom abgetreten. Von den Römern wird es unter dem Namen Lusitania zu dem Teil als eigenständige Provinz verwaltet. Die römische Herrschaft endet in der Völkerwanderungszeit, Sueben (ab 409) und vor allem Westgoten (ab 416) gründen ihre Reiche auf dem Gebiet des späteren Portugals.

Buch-Tipp: Der Jakobsweg. Eine spirituelle Reise. Reise nach Innen und zu den Ursprüngen Ich habe in Meditationen schon einiges über Lemurien und Atlantis erfahren. Ich habe zum Zeitpunkt als ich dieses Buch gelesen habe, meinem Eigenen aber nicht ganz glauben können. Das hat sich geändert, als ich lesen konnte, das auch Shirley MacLaine diese Erfahrungen gemacht hat. Es hat meine eigenen...

Maurische Herrschaft bis Kolonialmacht Portugal

Im Jahre 711 erobern die Mauren das Land, Portugal wird Teil des Kalifats von Cordoba, Herrschaft der Almoraviden. Ab 718 beginnt León mit der christlichen Reconquista, in Portugal wird eine eigenständige Grafschaft (11. Jahrhundert) gegründet, diese fällt 1093 an Heinrich von Burgund, den Stammvater der ersten portugiesischen Königsdynastie.

Unter Heinrichs Sohn und Nachfolger Alfons I. erlangt das Land 1143 seine Unabhängigkeit, Alfons nimmt den Königstitel an. Die Burgunder herrschen bis 1383 in Portugal, 1211 wird das erste Ständeparlament (Cortes) einberufen, 1250 ist die Reconquista in Portugal mit der Eroberung der Algarve abgeschlossen, 1256 wird die Hauptstadt nach Lissabon verlegt.

Portugal Beschreibung
Portugal Beschreibung
Die Festung von Guimarães, das Hauptsymbol für Portugals Unabhängigkeit. (Quelle: IPPAR )

1383 stirbt das Haus Burgund in Portugal aus, ein nichtehelicher Abkömmling, Johann von Avis ruft sich zu dem König aus, kann kastilische Ansprüche auf den portugiesischen Thron in der Schlacht von Aljubarrota (1385) abwehren und gründet die zweite portugiesische Dynastie, das Haus Avis. Die Avis-Könige (besonders unter Emanuel I. - er herrschte von 1495 bis 1521) führten das Land zu höchster Blüte, Portugal steigt zur führenden Handels- und Seemacht auf, erwirbt Kolonien in Brasilien, Afrika, Arabien, Indien und China, das Land ist Weltmacht und reichste Nation Europas (siehe auch Heinrich der Seefahrer). Auch kulturell kommt es zu einer Blütezeit (Luís de Camões).

1580 stirbt das Haus Avis aus, Portugal fällt aus dynastischen Gründen an die Habsburgerherrscher Spaniens. Bis 1640 herrschen die Spanier, Portugal verliert seine Unabhängigkeit, sinkt zur spanischen Provinz herab, verliert Teile seines Kolonialreiches. 1640 führt der Herzog von Braganza eine Adelsrevolte gegen die spanische Herrschaft an und ruft sich als Johann IV. zu dem König aus. Er gründet die vorletzte portugiesische Dynastie, das Haus Braganza. Außen- und wirtschaftspolitisch gerät das Land in stets größere Abhängigkeit von England (Methuenvertrag, 1703). 1755 vernichtet ein Erdbeben große Teile der Hauptstadt Lissabon, der Marquês de Pombal baut die Stadt wieder auf und formt das Land mit zu dem Teil drastischen Methoden zu einem aufgeklärt absolutistischen Staat um. 1807 besetzen napoleonische Truppen das Land, die königliche Familie flieht nach Brasilien. Nachdem die Franzosen mit britischer Hilfe vertrieben wurden, kommt es zu liberalen Revolution, das Land erhält zu dem ersten Mal in seiner Geschichte eine Verfassung (1821). Der sich anschließende Kampf zwischen Anhängern des Absolutismus und Befürwortern einer konstitutionellen Monarchie wird erst durch den Sieg der letzteren in dem Miguelistenkrieg entschieden. Ebenfalls 1821 erlangt Brasilien unter Kaiser Peter I. seine Unabhängigkeit.

Buch-Tipp: Die Generalkarte Andalusien Costa del Sol/Sevilla/Córdoba/Granada 1:200 000 Sehr gute Karte - deckt aber nicht ganz Andalusien ab Sehr zu empfehlen - hat mir hervorragend gedient, mich durch Andalusien treiben zu lassen (mit Mietwagen). Leider fehlt aber Ost-Andalusien, östlich von Grenada ist's aus. Naja, vielleicht besser so, dann wird diese schöne Ecke (zB Parque Natural Cabo de Gata-Nijar, Segura-Cazorla etc) nicht...

Endphase der Monarchie bis Estado Novo

Die Zeit nach Ende des Miguelistenkrieges wird von der Auseinandersetzung zwischen Rechts- und Linksliberalen (Cartisten und Setembristen) geprägt. 1853 stirbt mit Königin Maria II. das Haus Braganza in direkter Linie aus, über die Ehe der Königin mit Ferdinand II. von Sachsen-Coburg-Gotha übernimmt der portugiesische Zweig dieses deutschen Adelshauses den Thron (bis 1910). Die Endphase der Monarchie ist durch eine allgemeine Schwäche des Landes, wirtschaftliche Probleme (Staatsbankrott 1891) und zunehmende republikanische Aufstände geprägt. 1908 wird der König (Karl I.) und der Thronfolger bei einem Attentat getötet, 1910 die Republik ausgerufen.

1916 tritt das Land auf Seiten der Entente in den Ersten Weltkrieg ein. Die sog. erste Republik (bis 1926) ist durch anarchisch chaotische Zustände gezeichnet, monarchistische und kommunistische Aufstände, Putschversuche (u.a. des Sidónio Pais, 1917), schwache, häufig wechselnde Regierungen ohne parlamentarische Mehrheit und eine allgemeine politische Instabilität kennzeichnen die Situation.

1926 putscht das Militär und beendet die erste Republik. Unter den Militärs steigt jedoch ein Zivilist, António de Oliveira Salazar, ab 1928 Finanzminister, ab 1932 Ministerpräsident, zu höchster Macht auf. Er gründet ab 1933 den "Estado Novo ", den neuen Staat, ein autoritäres Gebilde mit faschistischen Tendenzen, komplett mit Einheitspartei (Nationale Union ), Staatsjugend und Geheimpolizei (PIDE ). In dem Zweiten Weltkrieg bleibt das Land neutral, erlaubt aber den Alliierten die Einrichtung von Militärbasen auf den Azoren und tritt nach Ende des Krieges der NATO bei. Ab 1960 beginnt der Kolonialkrieg , der besonders in Afrika (Angola, Mosambik, Guinea-Bissau) mit großer Härte geführt wird. 1968 muss Salazar wegen gesundheitlicher Probleme zurücktreten, sein Nachfolger, Marcello Caetano, kann sich jedoch nicht zu grundlegenden Reformen entschließen. Durch den Kolonialkrieg ist Portugal außenpolitisch zunehmend isoliert, die Kosten des Krieges führen zu steigender Staatsverschuldung und Inflation. Führende Militärs erkennen, dass der Kolonialkrieg militärisch für Portugal nicht zu gewinnen ist; wegen der Unfähigkeit der Regierung, eine politische Lösung des Problems zu finden, putschen sie schließlich 1974. Eine allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Diktatur, durch die einsetzende Wirtschaftskrise (hervorrgerufen durch die erste Ölkrise 1973) noch verstärkt, führt dazu, dass sich die Bevölkerung massenhaft mit den putschenden Offizieren solidiarisiert, es kommt zu einer allgemeinen Volkserhebung, der Nelkenrevolution, die den Estado Novo beendet. Die neuen Machthaber entlassen die portugiesischen Kolonien in die Unabhängigkeit (1974/1975). Dies bedeutet das Ende des jahrhundertealten portugiesischen Kolonialreiches.

Buch-Tipp: Die portugiesische Reise. Erhebend. . . Über dieses Buch ist von meinen Vorgängern hier schon sehr vieles gesagt worden. Ich finde es äußerst bedauerlich, daß das Buch hierzulande nicht ebenso als liebevoller Bildband erschienen ist, wie in Portugal. Dann sähen die Reaktionen etwas anders aus, denke ich. Mit zahlreichen passenden Fotos (die Saramago teils selbst...

Nelkenrevolution bis EU-Beitritt

Portugal Beschreibung
Portugal Beschreibung
Blick auf die Altstadt von Porto, Namensgeber von Portugal (Quelle: IPPAR )

Die erste Phase nach der Revolution ist geprägt von der Auseinandersetzung zwischen einer eher konservativen Strömung (General Spínola) und einem sozialistischen Flügel (Hauptmann Otelo ), innerhalb des MFA (Movimento das Forças Armadas - Bewegung der Streitkräfte), der Vereinigung der putschenden Offizieren. Zunächst sah es so aus, als wenn die sozialistische Strömung obsiegen würde, es kam zu Verstaatlichungen und Landreform , die neue Verfassung von 1976 definiert den Übergang zu dem Sozialismus als Staatsziel.

Als sich jedoch bei den ersten Präsidentschaftswahlen nach der neuen Verfassung 1976 der gemäßigtere General Eanes überraschend deutlich gegen Hauptmann Otelo durchsetzen kann, sind die Weichen für eine Rückkehr des Landes zu einer parlamentarischen Demokratie westeuropäischen Zuschnitts gestellt. Eanes und der Vorsitzende der Sozialistischen Partei Mário Soares (Regierungschef von 1976 bis 1978 und 1983 bis 1985, Staatspräsident von 1986 bis 1996) führen das Land schließlich in die Europäische Gemeinschaft (Beitritt 1986).

Buch-Tipp: Erklärt Pereira Unterwegs Richtung Mut Lissabon 1938. Pereira, ein übergewichtiger herzkranker Mann Mitte 40, arbeitet als Redakteur für die Kulturseite der Zeitung Lisboa. Seit dem Tod seiner Frau lebt er allein. Die politischen Umwälzungen, die der Faschismus seinem Heimatland bringt, interessieren ihn ca. am Rande. Bis er auf einen Artikel eines Philosophen...

Vom EU-Beitritt bis heute

1979 gewann zu dem ersten Mal seit der Nelkenrevolution wieder eine politische Gruppierung, die rechts von der Mitte stand, die Parlamentswahlen (Regierungen Francisco de Sá Carneiro und Francisco Pinto Balsemão ), die Regierung kann sich mit der sozialistischen Opposition auf eine Verfassungsänderung einigen, durch die sozialistische Überreste, die nach der Nelkenrevolution in die Verfassung geschrieben wurden, entfernt werden. Die 1982 in Kraft getretene Verfassungsänderung eliminierte unter anderem den bis dahin bedeutenden Revolutionsrat und schuf ein Verfassungsgericht nachdem Vorbild anderer demokratischer Staaten. 1985 wird Aníbal Cavaco Silva Ministerpräsident, seiner konservativen PSD gelingt bei den Wahlen 1978 ein Erdrutschsieg, bei dem eine Partei zu dem ersten Mal eine absolute Mehrheit erringen kann. Cavaco Silva bleibt bis 1995 Ministerpräsident, er führt eine neoliberale Wirtschaftspolitik, die Verstaatlichungen aus der Zeit der Nelkenrevolution werden zurückgenommen. Von 1995 bis 2002 stellen die Sozialisten mit António Guterres wieder die Regierung, seitdem hat das Land mit José Manuel Durão Barroso wieder eine konservative Regierung. Die Sozialisten stellen allerdings ununterbrochen den Präsidenten des Landes, da Nachfolger von Soares 1996 der Sozialist Jorge Sampaio wird. In dem Jahr 2004 wird Durão Barroso vom Europäischen Rat zu dem Nachfolger von Romano Prodi als Präsident der Kommission der Europäischen Union nominiert. Sein Nachfolger als Ministerpräsident wird Pedro Santana Lopes.

Buch-Tipp: Gebrauchsanweisung für Portugal. Ausgezeichnet Habe selber 2 Jahre in Portugal gelebt und bin, wegen meiner portugiesischen Freundin, wenigstens 2mal in dem Jahr dort. Das Buch hat mir ausserordentlich gut gefallen (wenngleich es für meinen Geschmack etwas knapp gehalten ist). Ich finde es sehr treffend und informativ, der einzigste Ausrutscher ist vielleicht der Passus über den Strassenverkehr....

Geographie und Natur

Portugal Beschreibung
Portugal Beschreibung
Klimadiagramm Porto
Portugal Beschreibung
Portugal Beschreibung
Klimadiagramm Lissabon
Portugal Beschreibung
Portugal Beschreibung
Klimadiagramm Faro

Der Norden Portugals hat ein relativ kühles und feuchtes Klima und besteht aus zwei traditionellen Provinzen bzw. Landschaften: Der Minho in dem Nordwesten gehört zu den am dichten besiedelten Gegenden des Landes, wobei Großstädte ca. an der Atlantikküste liegen, in dem Landesinneren liegen jedoch viele Kleinstädte und Dörfer. Der Minho wird wegen seines Klimas und der vergleichsweise üppigen Vegetation als der grüne Garten Portugals genannt. Auf den Hängen der zahlreichen Flusstäler wird vor allem Wein angepflanzt, die zu dem berühmten Portwein und dem Vinho Verde weiterverarbeitet werden. Daneben gedeihen viele Gemüsesorten. Die natürliche Vegetation ist eine Mischung aus der Flora der gemäßigten Klimazone und der subtropischen Flora, je nach Höhenlage gibt es Eichen oder Kastanien bzw. Pinien und Olivenbäume.

Im Nordosten liegt Trás-os-Montes (Hinter den Bergen). Dies ist die dem Meer abgewandte Seite Nordportugals, die sehr gebirgig ist und darum sehr kalte Winter und sehr heiße Sommer hat. Die Vegetation ist bedeutend weniger üppig als in dem Minho und sie fällt umso spärlicher aus, je mehr man sich der Grenze zu Spanien nähert. Beiden Provinzen ist gemein, dass ihre Gebirgsmassive, wie z. B. Marão oder Peneda-Gerês von zahlreichen Flüssen, wie der Rio Minho (Grenzfluss zu Spanien) oder der Rio Douro, durchschnitten werden. In dem Norden Portugals liegt der Nationalpark Peneda-Gerês , das bedeutendste Schutzgebiet des Landes. Dort existieren noch Restbestände naturbelassener Wälder, in denen sich insbesondere die immergrüne Steineiche findet. Bedeutende Städte des Nordens sind Porto, Vila Nova de Gaia, Matosinhos, Braga, Vila Real und Bragança.

Mittelportugal ist größtenteils hügelig bis gebirgig und hat mit der Serra da Estrela ein bedeutendes Gebirge mit Skigebiet. Die wichtigsten Landschaften sind die Beira , der Ribatejo (die Tejo-Ebene mit Beinamen Garten Lissabons), die Estremadura sowie die Mündung des Tejo in den Atlantik. Die gesamte Region ist sehr fruchtbar und hat ein für den Weinanbau optimales Klima, so dass die Tradition des Weinbaus hier bis zu den Römern zurückreicht. Daneben werden Getreide, Reis, Sonnenblumen und Gemüse angebaut. Die Region wird durch den Tejo zweigeteilt. Überschwemmungen, die früher den Ribatejo regelmäßig heimsuchten, kommen seit dem Bau zahlreicher Staudämme nicht mehr vor. Die wichtigsten Städte Mittelportugals sind Lissabon, Aveiro, Amadora, Almada, Seixal, Cascais, Coimbra, Viseu, Guarda, Leiria, Castelo Branco, Covilhã, Setúbal sowie Santarém.

Portugal Beschreibung
Portugal Beschreibung
Typische Landschaft des Alentejo bei Monsaraz

Der Süden Portugals setzt sich aus den drei Landschaften Terras do Sado , Alentejo und Algarve zusammen. Die Oberfläche der gesamten Region ist eben bis hügelig und hat ein trockenes und heißes Klima. Der Alentejo, die frühere Kornkammer Portugals, ist heute ca. dünn besiedelt und von Abwanderung gekennzeichnet, weitläufige Getreidefelder mit Olivenhainen und Korkeichen dominieren die Landschaft, die eine unvergleichliche Ruhe und Getragenheit ausstrahlt. Zu dem Getreide kommen Weinanbau und in zunehmenden Maße auch Sonnenblumen als Hauptprodukte. Die Wiesen sind in dem Frühling mit Blumen übersät, die als Weiden für Schafe dienen. Zu dem wirtschaftlichen Niedergang tragen nicht zuletzt auch stets länger werdende Trockenperioden bei, denen man mit dem Bau von Staudämmen zu begegnen versucht. Nicht einheimisch, aber stets öfter anzutreffen, sind Pflanzungen von Eukalyptus, die allerdings wegen der hohen Brandgefahr, die von diesen Bäumen ausgeht, nicht unumstritten sind. Die südlichen Küstenregionen sind dazu häufig von Kiefernwäldern bewachsen. Daneben finden sich zahlreiche Palmenarten, von denen aber ca. die Zwergpalme einheimisch ist.

Die Algarve markiert die gesamte Südküste des Landes und ist mit ihren hübschen Städten, den Steilküsten und Sandstränden zu einem beliebten Feriendomizil geworden, was die üblichen negativen Begleiterscheinungen des Massentourismus mit sich gebracht hat. Die größten Städte Südportugals sind Portalegre, Évora, Beja sowie Faro und Sagres. Der wichtigste Fluss ist der Rio Guadiana , der auch die Grenze zu Spanien markiert. An die große sommerliche Hitze angepasst sind zahlreiche sukkulente Pflanzen.

Zu Portugal gehören zusätzlich die beiden Inselgruppen Madeira (Holzinsel) und Azoren (Habichtsinsel) in dem Atlantik; sie sind vulkanischen Ursprungs und haben aufgrund ihrer Lage vor der afrikanischen Küste eine teils tropische, teils subtropische Vegetation. Der höchste Berg Portugals befindet auf den Azoren (Monte Pico, 2 351 m).

Der wichtigste Fluss Portugals ist der Tejo, welcher in Spanien unter dem Namen Tajo entspringt und bei Lissabon in den Atlantischen Ozean mündet.

Siehe auch: Liste der Städte in Portugal

Buch-Tipp: Hoffnung im Alentejo. Ein Meisterwerk Nach dem Nobelpreis von 1998 wird Jose Saramago auch in dem deutschsprachigen Raum einem breiteren Publikum bekannt. Liest man seine Bücher, kommt man zu der Erkenntnis, dass hier ein wahrlich Begnadeter am Werk ist!"Hoffnung in dem Alentejo" kann man (wahrscheinlich) ca. verstehen, wenn man selbst quer durch diese Landschaft reist, in der...

Tierwelt

Die Tierwelt Portugals unterscheidet sich ca. unwesentlich von der Spaniens. Vereinzelt leben hier noch Wölfe; der ca. auf der iberischen Halbinsel verbreitete Pardelluchs ist dagegen in Portugal nahezu ausgestorben, ca. noch selten werden Einzeltiere angetroffen, die vermutlich über die Grenze mit Spanien eingewandert sind. Ansonsten finden sich Wildkatzen, Füchse, Wildschweine, Hirsche, wilde Ziegen sowie Wildkaninchen. Da Portugal auf der Zugvogelroute nach Afrika liegt, lassen sich zahlreiche Vögel beobachten, darunter insbesondere in dem Süden auch Flamingos; Steinadler leben und jagen in den Küstengebieten. In dem Landesinneren kommen auch verschiedene Schlangen und Skorpione vor.

Buch-Tipp: La Palma. Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen - 63 Touren. Rother Wanderführer Für Wanderer ein muß Dieses Buch ist auf allen Wanderungen unser Begleiter. Wir haben ungefähr 80 Prozent der Wanderungen erwandert. Die Wanderungen sind sehr gut beschrieben. Wenn auch manche Beschreibungen nicht 100 Prozent stimmen, sind wir mit diesem Buch stets an die Absicht gekommen. Man sollte nicht vergessen, das die Beschilderungen auf La Palma nicht mit...

Bevölkerung

Portugal ist, jedenfalls bezogen auf die alteingesessene Bevölkerung, in sprachlicher, ethnischer und religiöser Hinsicht ein sehr homogenes Land. Die portugiesische Sprache wird in dem ganzen Land gesprochen, und ca. in den Dörfern von Miranda de Douro wird ein dem Galicischen zugeordneter Dialekt gesprochen, der als Minderheitensprache anerkannt wird. Die überwiegende Mehrheit der Portugiesen bekennt sich zu dem römisch-katholischen Glauben.

Aus anthropologischer Sichtweise sind die Portugiesen ein Mischvolk, welches sich aus den Nachkommen der Iberer, der Urbevölkerung der iberischen Halbinsel, sowie den Nachkommen der römischen, gotischen, suebischen und maurischen Invasoren zusammensetzt. Der maurische Einfluss ist in Portugal stärker als in anderen europäischen Ländern. Nach der Reconquista wurden die Mauren teils vertrieben, zu dem größten Teil jedoch versklavt, sie vermischten sich später mit der Bevölkerung und hatten einen großen Anteil an der Blüte von Handwerk und Landwirtschaft in dem frühen Mittelalter.

Portugal Beschreibung
Portugal Beschreibung
Ausländer in Portugal mit ihren Herkunftsländern. Alle portugiesischsprachigen Länder sind in grünen Farbtönen gehalten.
Datenquelle: INE

Für lange Zeit war Portugal ein Auswanderungsland; wichtige Zentren der portugiesischen Kultur gibt es vor allem in Frankreich, wo allein 600  Tausend Portugiesen leben, aber auch in vielen anderen Staaten. Andererseits war Portugal schon während der Unabhängigkeitskriege seiner Kolonien Absichtland für Einwanderer aus den kolonisierten Regionen. Seit dem Beitritt Portugals zur Europäischen Union und dem damit verbundenen politischen und wirtschaftlichen Wandel ist Portugal verstärkt zu einem Einwanderungsland geworden, wobei die Herkunftsländer der Zuwanderer vor allem in Afrika (Angola, Kap Verde), Südamerika (Brasilien) sowie Osteuropa (Russland, Ukraine, Moldawien) liegen.

Ende 2003 lebten etwa 250  Tausend ausländische Staatsangehörige in Portugal. Diese stammen zu mehr als der Hälfte aus anderen portugiesischsprachigen Ländern, sind meist katholischen Glaubens und haben auch einen ähnlichen kulturellen Hintergrund. Etwa ein Viertel der Ausländer, die in Portugal leben, sind Europäer - teils sind sie Dauerurlauber, die in Portugal ihre Pension verbringen, ein gewichtiger Anteil sind jedoch auch Rückkehrer, also Portugiesen, die aus Portugal ausgewandert waren und mit fremder Staatsbürgerschaft zurückgekehrt sind. Somit kennt Portugal das Phänomen, Zuwanderer mit komplett unterschiedlicher Sprache und Kultur integrieren zu müssen wie etwa Deutschland, nicht. Auf zehn Portugiesen kommt statistisch gesehen ein Bürger nicht-portugiesischer Herkunft (viele davon mittlerweile mit portugiesischem Pass).

Die ausländische Bevölkerung lebt zu mehr als der Hälfte in Lissabon, davon abgesehen konzentriert sie sich auf die Stadtgebiete an der Küste. In dem Hinterland liegt der Anteil bei unter 0,5%.

Portugal Beschreibung
Portugal Beschreibung
Bevölkerungsdichte von Portugal
Quelle: INE


Die dichteste Besiedelung weist ein Küstenstreifen von der spanischen Grenze in dem Norden bis in die Gegend um Lissabon auf. Während in diesem Streifen 70 Prozent der Bevölkerung leben, sind das Hinterland und der Süden Portugals sehr dünn besiedelt. Mehr als 10 Prozent der Bevölkerung entfällt auf zwei Städte (Lissabon und Porto), während mehr als die Hälfte in Orten unter 2 Tausend Einwohnern lebt. Der Trend geht jedoch auch in Portugal in Richtung Verstädterung.

Innerhalb Portugals gibt es starke Migrationsbewegungen, wobei die Wanderungsbewegungen aus den Regionen des Hinterlandes in Richtung der Zentren von Industrie (Lissabon, Porto) und Tourismus (Algarve, Madeira und Azoren) gehen.

Wirtschaft

Seit dem Beitritt Portugals zur EG in dem Jahre 1986 hat sich Portugal mehr und mehr zu einer diversifizierten, vor allem auf Dienstleistungen ausgerichteten Ökonomie entwickelt. Dienstleistungen sind mittlerweile für etwa zwei Drittel der BIP verantwortlich. Wie auch in anderen Staaten Europas wurden in den letzten Jahren weitreichende Privatisierungen durchgeführt und die Staatsausgaben reduziert. In dem Jahre 1998 hat sich Portugal für den Beitritt zur Europäischen Währungsunion qualifiziert und führte wie auch elf andere Staaten am 1.01 2002 den Euro als Zahlungsmittel ein.

Die Neuverschuldung Portugals übersteigt momentan die in dem Maastricht-Vertrag festgelegten 3%, wobei das Land damit nicht allein dasteht.

Das Wirtschaftswachstum hat mit etwa 3,3 Prozent jährlich zwar in der Vergangenheit jenes des EU-Durchschnitts in der Regel übertroffen, trotzdem ist Portugal nach wie vor das ärmste Altmitglied der EU: Das Pro-Kopf-BIP (in Kaufkraftparitäten) liegt bei etwa 78 Prozent des Durchschnitts der EU-Länder vor der Osterweiterung, wobei es in dem Jahr 1985 noch etwa bei 50 Prozent lag. Als Hindernis für stärkeres Wachstum von Produktivität und Beschäftigung werden vor allem strukturelle Probleme gesehen, wie z.B. das nach wie vor schlechte Bildungssystem und die hohe Analphabetismusrate, die teils schlechte Infrastruktur, und die ineffiziente Verwaltung. Aus diesem Grund gerät Portugal stets mehr in einen Wettbewerb mit Niedriglohnländern aus Mittel- und Osteuropa, Asien und Nordafrika und ist für ausländische Direktinvestitionen nicht sonderlich attraktiv; die Durchschnittslöhne sind in Portugal sehr niedrig bei sehr langen Arbeitszeiten. Ausländische Investitionen kommen vor allem aus Großbritannien und Spanien; die größte Investition aller Zeiten war die Errichtung von Auto-Europa, einer Autofabrik.

Die Arbeitslosigkeit ist mit etwa 4 Prozent in dem Vergleich mit dem EU-Durchschnitt niedrig, wobei man berücksichtigen muss, dass es einen großen informellen Sektor in Portugals Wirtschaft gibt, welcher einen gewissen Anteil der Arbeitslosen beschäftigt, die sonst in die Arbeitslosenstatistik fallen würden.

Portugal Beschreibung
Portugal Beschreibung
Herkunftsländer der Importe Portugals
Portugal Beschreibung
Portugal Beschreibung
Zielländer der Exporte Portugals

Der Außenhandel wird zu etwa 80 Prozent mit den EU-Partnern abgewickelt; exportiert werden vor allem Bekleidung und Schuhe, Maschinen, Chemieprodukte, Kork sowie Zellstoff und Papier. Importiert werden Maschinen, Fahrzeuge, Öl und Ölprodukte sowie Landwirtschaftsprodukte. Dabei hat Portugal ein sehr großes Handelsbilanzdefizit und auch ein Zahlungsbilanzdefizit, welches durch hohe Einnahmen aus dem Tourismus jedoch nicht so hoch wie das Handelsbilanzdefizit ist.

Portugal besitzt bedeutende Rohstoffvorkommen, darunter Kohle, Kupfer, Zinn, Gold, Eisenerze wie Pyrit und Chalcopyrit, Tonminerale wie Kaolinit sowie Wolframit und Uraninit; es gehört damit zu den weltführenden Nationen in der Wolfram- und Uranproduktion. Während des Zweiten Weltkrieges versorgte sich Hitlerdeutschland mit portugiesischem Wolfram für die Waffenproduktion, während die Atombombe von Hiroshima portugiesisches Uran enthielt.

Die Landwirtschaft Portugals ist eine der ineffizientesten in Europa; der Anteil der Landwirtschaft am BIP liegt bei etwa 5%, jedoch sind mehr als 15 Prozent der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft beschäftigt. Dies hat dazu geführt, dass viele Betriebe aufgeben mussten und mittlerweile fast die Hälfte der Nahrungsmittel importiert werden muss. Die Korkeichenplantagen in dem Alentejo und der Anbau von Mandeln befinden sich ebenfalls in einer tiefen Krise. Andererseits werden große Flächen mit Eukalyptus aufgeforstet, weil er schnell wächst und damit der Zellstoffindustrie, einem wichtigen Wirtschaftsfaktor Portugals, Rohstoff liefert. Dies ist aus umweltpolitischen Gründen allerdings sehr bedenklich, weil Eukalyptus den Boden auslaugt, den ursprünglichen Wald und damit die Tierwelt verdrängt und selbst sehr leicht brennt, was zu den häufigen katastrophalen Waldbrände in dem Sommer führt.

Ähnlich wie die Landwirtschaft kämpft auch die Fischerei mit Produktivitätsproblemen; die portugiesische Fischereiflotte ist gegenüber der spanischen weit in dem Hintertreffen. Der meiste Fisch wird importiert.

Für etwa 8 Prozent des BIP, mit steigender Tendenz, ist der Tourismus verantwortlich, wobei die meisten Besucher aus Spanien und Großbritannien kommen. Die Algarve ist dabei unangefochten das Zentrum.

Politik

Seit der Nelkenrevolution des Jahres 1974 hat Portugal sich zu einer stabilen parlamentarischen Demokratie entwickelt. Die vier wichtigsten Organe der Politik in Portugal sind der Präsident, der Premierminister und sein Ministerrat, das Parlament sowie die Justiz.

Der Präsident, der alle fünf Jahre direkt in allgemeinen Wahlen bestimmt wird, ist auch Oberkommandierender der Streitkräfte. Er erbezeichnet einen Premierminister und den Ministerrat, wobei er sich am Ergebnis der Parlamentswahlen zu orientieren hat. Der Staatsrat ist ein Gremium, das den Präsidenten berät, und besteht aus sechs zivilen Beamten, allen früheren Präsidenten, fünf Personen, die vom Parlament gewählt werden und fünf Personen, die vom Präsidenten ausgewählt werden.

Die Regierung wird vom Premierminister angeführt, der sich einen Ministerrat zusammenstellt. Jede neue Regierung muss dem Parlament ein Programm vorlegen, über welches debattiert wird. Sofern es nicht abgelehnt wird, bedeutet dies, dass die Regierung vom Parlament akzeptiert ist.

Das Parlament wird als Assembleia da República (Versammlung der Republik) genannt und besteht aus einer Kammer mit bis zu 230 Abgeordneten. Die Abgeordneten werden für vier Jahre gewählt, wobei das Verhältniswahlrecht zur Anwendung kommt. Der Präsident hat das Recht, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen anzusetzen.

Das Oberste Gericht ist die höchste Instanz der portugiesischen Justiz, wobei es spezielle Oberste Gerichte für militärische, verwaltungsrechtliche und steuerrechtliche Fragen gibt. Das Verfassungsgericht Portugals hat neun Mitglieder und überwacht die verfassungsgemäße Auslegung des Rechts.

Im Parteiensprektrum dominieren drei Parteien: die Sozialisten (PS) stehen zwei bürgerlich-konservativen Parteien, der Sozialdemokratischen Partei (PSD) und der Volkspartei (PP), gegenüber. Die letzteren beiden haben sich zu dem Wahlbündnis Força Portugal zusammengeschlossen. Die PS stellte seit der Nelkenrevolution stets den Präsidenten, während die Ministerpräsidenten schon aus beiden Lagern gekommen sind. Zur Zeit regiert das bürgerlich-konservative Lager. Erwähnenswert sind daneben noch die portugiesischen Grünen (Partido Ecologista “os Verdes�, PEV), die Kommunisten sowie der Linksblock (Bloco de Esquerda, BE).

Siehe auch: Liste der politischen Parteien Portugals

Internationale Beziehungen

Portugal ist Mitglieder der Europäischen Union und hatte den Ratsvorsitz in dem ersten Halbjahr 2000 inne. In dieser Zeit verfolgte Portugal vor allem die Absicht, den Dialog mit Afrika zu forcieren und Impulse zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu geben.

Portugal war Gründungsmitglied der NATO und beteiligt sich mit Truppen an der Friedenssicherung auf dem Balkan. Zusammen mit Spanien ist Portugal an den Ibero-Amerikanischen Gipfeltreffen beteiligt, deren Absicht der Dialog v.a. mit den Ländern Lateinamerikas ist. Federführend war das Land auch an der Gründung der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder (CPLP) beteiligt, mit dem Absicht, die Zusammenarbeit dieser Länder zu vertiefen. Portugal unterstützte Timor-Leste, eine frühere Kolonie, in seinem Unabhängigkeitskampf finanziell und militärisch und kooperiert jetzt in diesem jungen Staat mit asiatischen Ländern, den Vereinigten Staaten sowie der UNO.

Portugal hat einen Territorialstreit mit Spanien um Olivenza (bzw. Olivença), welches zu Spanien gehört, jedoch von Portugal beansprucht wird. Olivenza ist seit 1801 unter spanischer Verwaltung, jedoch hat sich Spanien auf dem Wiener Kongress von 1815 bereiterklärt, das Gebiet an Portugal zurückzugeben. Dies ist bis heute nicht geschehen, und Portugal verlangt regelmäßig, dass die Rückgabe gemacht wird.

Kultur

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